MultiAugustinum - 4.6.2009: Ein Dialog der Religionen
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4.6.2009: Ein Dialog der Religionen
Thursday, 04 June 2009
Bericht: Andreas Stadler, Martin Rohrmoser, E2a

Im Rahmen des projektorientierten Unterrichts im Fach Betriebswirtschaft und Angewandtes Projektmanagement veranstalteten die Schüler der E2a am 4. Juni 09 im Saal der Volksschule St. Margarethen einen „Dialog der Religionen“.

Nacheinander trudelten die einzelnen Projektgruppen am Veranstaltungsort in der Volksschule St. Margarethen ein. Allen voran die Gastronomie, die diverse Snacks, zubereitet von Fachschülern des MultiAugustinum unter der Anleitung von Fachvorstand Anna Bauer, servieren würde und Gästen wie Rednern Getränke bereit stellte, um die Kehlen für die bevorstehende Fragen wie auch Antworten zu ölen. Währenddessen machte sich die Technikabteilung an den Aufbau der High-tech-Spielereien, zum einen für die visuelle Aufzeichnung der Veranstaltung mit ­Videokameras, zum anderen für die akustische Beschallung des Saales. Letzteres brachte trotz vorbereitender Unterstützung durch den dann leider erkrankten Multimedia-Lehrer Markus Maier einige Probleme mit sich. So mussten unsere Gäste dezentes Rauschen ertragen, und das Unterfangen, das aufgenommene Filmmaterial mit ebenbürtigem Audiosound zu untermalen, wurde von unserem Halbwissen vereitelt. Dafür glänzten unsere Redner mit intelligenten Antworten auf die Fragen des Moderators Roland Arbesleitner und des Publikums. Die katholische Kirche sandte Matthias Hohla, damit dieser uns Rede und Antwort stehe, von der buddhistischen Seite des Lebens berichtete Kurt Krammer vom Buddhistischen Zentrum in Salzburg, um die österreichischen Mormonen zu vertreten, reiste Heinrich Lerchner in den Lungau, und als Repräsentantin der Evangelischen konnten wir die hauseigene Religionslehrerin Martina Ahornegger gewinnen. Der muslimische Gastredner konnte aufgrund einer Erkrankung leider nicht erscheinen. Wir hatten uns natürlich noch um weitere Religionsgemeinschaften bemüht, doch war es nicht gelungen, diese nach St. Margarethen zu locken.
Wie bereits angedeutet, verlief der Dialog wie geplant und ergab ein interessantes Potpourri religiöser und philosophischer Ansichten. Die Redner gaben tiefe und interessante Einblicke in die Unterschiede zwischen den von ihnen vertretenen Glaubensrichtungen. So berichtete Kurt Krammer, dass Frauen im Buddhismus lange keine größere Rolle spielten, während die Vertreter des Mormonentums und der katholischen Kirche eingestanden, dass ihre Glaubensrichtung klar von Männern dominiert wird. Auch zeichneten sich die Redner durch ihre unterschiedliche Art, die gestellten Fragen zu beantworten, aus. Da gab es von Seiten der Protestanten und Mormonen meist recht klare, eindeutige Antworten, von buddhistischer Seite hingegen stark philosophisch angehauchte Antworten. Matthias Hohla zeigte sich sehr bemüht, den Spagat zwischen offizieller Kirchenmeinung und der öffentlichen Meinung zur derzeit laufenden Diskussion bezüglich Zölibat und homosexuellen Katholiken zu schaffen, was ihm auch gelang.
An der Diskussion beteiligten sich auch die Zuhörer mit zahlreichen interessanten Fragen und Gedanken rege. ­Neben Fragen, die wohl einfach gestellt werden mussten, wenn man schon einmal so viele Vertreter verschiede­ner Religionen zusammengebracht hatte, etwa wie mit Glaubenswechsel umgegangen wird, tauchten auch einige kreative Fragen auf. Ein Besucher der Veranstaltung wollte beispielsweise wissen, was die anwesenden Religions­ver­treter machen würden, wenn er sie alle mit einem ­Fischernetz fangen würde. Die Antworten waren durch die Bank blumig. So wurde der Fragende von einem Redner mit dem Titel „Menschenfischer“ ausgezeichnet, während die anderen Redner jeweils Zitate aus den ihnen heiligen Schriften darüberstreuten. Nur unser Moderator
Roland Arbesleitner tanzte aus der Reihe und versuchte den Fragesteller mit einer Kiste Bier zu bestechen. Manche Frage wurde von der christlichen Seite der Diskussionsrunde recht zimperlich oder ausweichend beantwortet, oft wurde auf die offizielle Meinung der Kirchen verwiesen. Die Vertreter der beiden exotischeren Religionen waren da schon etwas offener. Allerdings hat man ja nicht jeden Tag die Möglichkeit, mit einem Buddhisten und einem Mormonen zu reden und deren Ansichten zu hören …
Zu später Stunde mussten wir den intellektuellen Teil der Veranstaltung leider abbrechen, da das Buffet auch noch verspeist werden wollte. Bei Speis und Trank entwickelten sich noch zahlreiche Diskussionen in kleiner Runde, bis sich Redner wie Gäste nacheinander verabschiedeten, um das Essen und die anregenden Gespräche zu verdauen. Nur Herr Krammer ließ sich noch von uns mit Fragen löchern, die er dank buddhistischer Gelassenheit alle sehr ausführlich beantwortete. Simultan begannen bereits die ersten Aufräumarbeiten, um den Veranstaltungssaal so zu verlassen, wie wir ihn vorgefunden hatten. Danach verabschiedeten wir uns voneinander mit einem frommen Schalom.
Die Veranstaltung hat dazu beigetragen, andere Religionen besser zu verstehen und Unterschiede zwischen den Glaubensrichtungen kennen zu lernen, was durch die engagierten Redner, die oft recht gegensätzliche Standpunkte vertraten, möglich wurde. 
 
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