Marchtaler Plan

Unsere Schule hat sich entschieden in der Ausbildung im Rahmen unserer Möglichkeiten das pädagogische Konzept des "Marchtaler Plans" umzusetzen. Wir wollen hier dieses Konzept vorstellen.

DER MARCHTALER PLAN

Erläuterungen zu einem ganzheitlichen pädagogischen Konzept

Der Marchtaler Plan ist das Bildungs- und Erziehungskonzept der Katholischen Freien Schulen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Er wurde vor etwa 20 Jahren zunächst für die dortigen Volks- und Haupt-/Realschulen entwickelt. Mittlerweile wurde er mehrmals überarbeitet und sogar auf den gymnasialen Oberstufenbereich ausgedehnt. Da das Gesamtkonzept vorwiegend an der Kirchlichen Akademie der Lehrerfortbildung in Obermarchtal entwickelt wurde, wurde ihm der Name "Marchtaler Plan" gegeben.

Das Konzept verfolgt drei große Ziele:

1. Vermittlung von Bildung und Wissen, "die den Anforderungen genügen, die heute an eine gute Schule zu stellen sind".
2. Ganzheitlich personale und soziale Erziehung, die die harmonische Entfaltung und Förderung der körperlichen und geistigen Anlagen, soziales Engagement und Mitarbeit in der menschlichen Gesellschaft anstrebt. Diese Erziehung möchte eigenständige und verantwortungsbewusste Persönlichkeiten heranbilden, die imstande sind, eine freie und richtige Wahl zu treffen.
3. Sittlich-religiöse Erziehung, die vertraut macht mit der Botschaft Jesu Christi, zu personal vollzogenem Glauben hinführt und die erfahren lässt, dass Menschsein letztlich auf Hoffnung hin angelegt ist.

Um diese Ziele zu erreichen ist die Unterrichtorganisation und konkrete Unterrichtsplanung an vier Struktur-
elemente geknüpft:

1. Morgenkreis

Er eröffnet die Schulwoche und kennzeichnet den Wochenanfang. Er ist frei von herkömmlichen unterrichtlichen Zielstellungen. Seine Elemente sind neben anderem auch darauf ausgerichtet, eine eigenständige Schulkultur hervorzubringen; deshalb ist er mehr als nur eine "Klassenvorstands- oder Sozialstunde". Die Sammlung und Konzentration in dieser Stunde führen zu sich selbst, öffnen Wege zu Gott und schaffen eine für Erziehung und Unterricht sowie für den Umgang miteinander förderliche Atmosphäre.
Der Morgenkreis ist an unserer Schule schon seit einigen Jahren recht gut eingeführt. Idealerweise sollte er jeweils am Montag in der ersten Stunde stattfinden, um sich aus dem Wochenende kommend, wieder für die neue Schulwoche zu sammeln.
Aus organisatorischen Gründen ist es uns bisher noch nicht gelungen diese Stunde für den Morgenkreis zu reservieren. Zur Zeit findet er 14tägig in einer ersten Stunde eines beliebigen Wochentages statt. Geleitet wird er vom Klassenvorstand der jeweiligen Klasse.

2. Freie Stillarbeit

Sie will den jungen Menschen zu eigenverantwortlichem Arbeiten und Handeln führen. Dabei führen die LehrerInnen die SchülerInnen mittels einer vorbereiteten Umgebung und durch geeignete Selbstbildungsmaterialien an das jeweilige Bildungsgut heran.
Dabei wird dem Schüler als mitverantwortlich Handelndem die Wahl des Arbeitsthemas, die Arbeits- und Zeiteinteilung, die Wahl der Partner und des Arbeitsplatzes in relativer Freiheit zugemutet. Das Miteinander in dieser Arbeitsform übt das soziale Verhalten ein. Die freie Wahl der Arbeit fördert letztlich den Drang nach Erkenntnis.

3. Vernetzter Unterricht

Er will das "Denken in isolierten Fachkategorien" durchbrechen. An Stelle fachspezifischer Themen treten Großthemen, die von verschiedenen Seiten her beleuchtet werden. Dies ist um so mehr geboten, je mehr die Komplexität der Gegenwartsprobleme sichtbar wird. Außerdem erweist sich auf Zukunft hin "Vernetzen können" als eine Kompetenz, die das zunehmende Denken in interaktiven (Wirtschafts)systemen fördert. Vernetzung wendet sich aber auch immer an den ganzen Menschen, weil sie seiner Persönlichkeitsentwicklung dient.

4. Fachunterricht

Ist fachspezifischer Unterricht im "herkömmlichen Sinn". Dieser Unterricht greift aus den unterschiedlichsten Gründen (Organisation, Pädagogik, aber auch auf Grund von besonderen Inhalten oder Themenstrukturen) zwar Fachthemen auf, orientiert diese aber in ihrer Umsetzung nicht am Fach (oder Lehrer) sondern am Bedürfnis der SchülerInnen. Deshalb kommt auch hier schülerzentrierten bzw. -orientierten Lehr- und Lernformen besondere Bedeutung zu.